“Ich bin glücklich!” ?

Der Portier und die Postkarte

Sonntagmorgen. Ein Hotel in Süddeutschland.
Ich packe meine Sachen in Gedanken bei den Pflichtterminen, die ich in den letzten Tagen absolviert habe. Wen ich noch informieren muss und was jetzt zu tun ist. Und schon dreht sich in meinem Kopf alles um die Rückfahrt in den Norden und die Dinge, die ich dann abends noch für die Woche vorzubereiten habe. Welche Themen in der kommenden Woche anstehen. Business as usual. Ich merke nicht einmal, dass mein Geist meinem Körper schon wieder Tage voraus ist.

In diesem Moment nehme ich eine bunte Postkarte auf dem Schreibtisch meines Hotelzimmers wahr. Eine naive Kinderzeichnung, denke ich, verbunden mit den Worten "Ich bin glücklich".

Das bringt mich jetzt doch aus dem Konzept. Bin ich das - "glücklich"? Und warum eigentlich nicht? Hatte ich den Kurztrip in meine alte Heimat nicht auch mit entspannten und anregenden Stunden bei langjährigen Freunden verbracht? An einem Abend mit exzellenten Weinen und noch besseren Gesprächen? Warum war das schon gar nicht mehr präsent?

„Die Kontrolle des Bewusstseins bestimmt die Lebensqualität.“

(Mihály Csíkszentmihályi (1934) US-amerikanischer Psychologe)

Unsere Aufmerksamkeit fokussiert häufig ganz automatisch auf die Zukunft, auf die Herausforderungen und Probleme, die uns möglicherweise erwarten. Daran ist nichts negatives, so schützen wir uns vor manchen bösen Überraschungen und gehen grundsätzlich vorbereitet durchs Leben. Aber dieser Fokus auf das, was vor uns liegt, kann dazu führen, dass wir das Hier und Jetzt vergessen – den Moment, in dem Glück tatsächlich erlebt wird. Indem wir uns ständig Sorgen um morgen machen, verpassen wir oft die kleinen Freuden, die uns heute umgeben. Unser Glücksgefühl wird dadurch hinten angestellt, als ob es immer von einem späteren Zeitpunkt oder einer gelösten Aufgabe abhängen würde, statt von den Momenten, die wir im Augenblick erleben können. Doch das eigentliche Glück lohnt es, im Augenblick entdeckt zu werden.


Happyness is in the moment - Glücksempfinden im Hier und Jetzt

Studien zur Glücksforschung betonen die Kraft positiver Erinnerungen und gelebter Dankbarkeit. Schöne Erinnerungen schaffen eine innere Stärke, die uns insbesondere in stressigen Phasen unterstützt und unser Wohlbefinden stabilisiert. Dankbarkeit wiederum lenkt den Fokus auf die positiven Aspekte unseres Lebens, auch wenn der Alltag turbulent ist. Sie ermöglicht emotionale Zufriedenheit und hilft, Resilienz aufzubauen. Indem wir uns bewusst daran erinnern, was uns Freude bereitet hat, und Dankbarkeit für diese besonderen Momente empfinden, trainieren wir unser Gehirn, optimistischer auf das Leben zu schauen – selbst in herausfordernden Zeiten.

Meine persönlichen Tipps für Glücksmomente mitten im Leistungsdruck



Vermutlich kann jede KI jetzt 17 Wege zu Glück aufzeigen. Aber diese 3 Tipps, die funktionieren bei mir. Und daher möchte ich sie gerne mit Ihnen teilen:

  1. Erlauben Sie sich kleine Fluchten: Setzen Sie bewusst kleine Pausen im Alltag, in denen Sie die Stille genießen, durchatmen oder einfach einen Moment der Ruhe einlegen. Diese kurzen Auszeiten fördern nicht nur die Konzentration, sondern schaffen auch Raum, um das Schöne im Augenblick wahrzunehmen. Selbst kurze Spaziergänge im Grünen können helfen, den Kopf freizubekommen und den Blick auf Schönes zu lenken. Die Verbindung zur Natur beruhigt und erfrischt den Geist.

  2. Erfolge zulassen: Leistungsdruck entsteht oft aus hohen Erwartungen an sich selbst. Setzen Sie sich große Ziele für die es sich lohnt, zu kämpfen - und belohnen Sie sich bei deren Erfüllung. Es ist wichtig, Erfolge, ob groß oder klein, bewusst zu feiern.

  3. Bewusst offline gehen: Digitale Ablenkungen können dazu führen, dass wir den Moment verpassen. Legen Sie das Handy bewusst zur Seite und widmen Sie Ihren vollen Fokus Ihrer Umgebung oder einem wirklich wirksamen Gespräch.

Indem Sie solche einfachen Ansätze in Ihren Alltag integrieren, gewinnen Sie trotz allem Stress Raum für Momente des Glücks. Diese kleinen "Inseln der Freude" stärken nicht nur Ihr Wohlbefinden, sondern auch Ihre Fähigkeit, den Herausforderungen des Lebens gelassen entgegenzutreten.

Die Postkarte hatte übrigens der Hotelportier Leonard gemalt und mir ins Zimmer gelegt. Vielleicht hatte er eine Ahnung, dass ich den Hinweis nötig habe. Und wer einmal in der Region Hohenlohe nächtigt, sollte Leonard besuchen und so wie ich eines der schönsten und liebevollsten Hotels in Betracht ziehen - das Hotel Anne-Sophie in Künzelsau.

Hallo, ich bin Erich Hartmann, langjähriger Top-Management-Berater und erfahrene internationale Führungskraft. Als zertifizierter Business Coach unterstütze ich ausgewählte Menschen, die in hoher Verantwortung stehen dabei, Krisensituationen erfogreich zu durchlaufen und dabei persönlich zu wachsen.

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